Kulturen des Kompromisses by Martin Greiffenhagen

By Martin Greiffenhagen

Das Buch beschreibt einen Paradigmenwechsel des Kompromißthemas: Aus bloßen Strategien wird eine Lebensform. Gründe für diesen Wandel entwickelt der Autor sowohl in weltgeschichtlicher wie zeitgeschichtlicher Sicht. Vor dem historischen Hintergrund deutschen Schwarz-Weiß-Denkens bis 1945 werden Grundstrukturen des Kompromißhandelns entwickelt. Die Quellen dafür reichen teilweise hinter das erste Auftreten des homo sapiens zurück: als elementare Erfahrungen von Reziprozität und Kooperation, sozialem Vertrauen und einem in gemeinsamer Herkunft und Zukunft gründenden Zeitbewußtsein. Das Buch stellt unterschiedliche Kompromißkulturen der Menschheitsgeschichte vor, unter jeweils neuen Bedingungen, Chancen und Einschränkungen. Für die Gegenwart nimmt Greiffenhagen einen Paradigmenwechsel des Kompromißthemas an: Aus einem Arsenal von Klugheitsregeln allseitigen Nachgebens entwickelt sich ein Stil kooperativen Verhaltens. An Beispielen neuer Kompromißformen beschreibt der Autor diesen Wandel.

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Die Schlüsselfrage, die sich hinter der pragmatischen Wahrheitstheorie verbirgt, lautet: Unter welchen Voraussetzungen ist es wirklich lohnend, Denken aufzuwenden und sich theoretisch um die Lösung eines Problems zu bemühen? Oder noch einfacher: Wie sieht die Situation aus, in welcher der Mensch optimal zum Lernen motiviert wird? Alle pragmatischen Klassiker haben eine Theorie der Wahrheit aufgestellt, deren Quintessenz in diesem Sinne pädagogisch ist und die daher notwendigerweise auch in der Unterrichtstheorie praktisch werden muß.

Dies gerade ist das verwundersame Verhältnis: der einzelne fühlt sich hier nie als ein Selbständiger, sondern stimmt sich immer als ein Mitspieler auf die anderen Situationsbeteiligten ein - und doch ist betontermaßen ein jeder allein dafür verantwortlich und darin gänzlich auf seinen eigenen Witz verwiesen, daß er seine passende Rolle richtig herausfindet und zweckmäßig spielt". Amerikanische Kinder verfügen über größere Räume ihrer Entwicklung als deutsche Kinder bis zum Beginn einer demokratischen Kultur nach 1945.

In dem Maße, in dem nicht Theorie, sondern Praxis und nicht ,Dienst an der Sache', sondern Gemeinsamkeit des Handelns angestrebt wird, erlaubt unterstellte V orläufigkeit größere Flexibilität und damit ein Klima der Kompromißbereitschaft. Das deutsche Prinzip ,ein für allemal' verschließt dagegen von vornherein spätere Korrekturen. Während in der deutschen Kultur die ,Relativität' solcher Vorläufigkeit als Mangel an theoretischer, politischer und moralischer Beständigkeit kritisiert wird, gilt in der angelsächsischen Kultur die Berücksichtigung praktischer Bedingungen und Umstände als wichtigste Voraussetzung einer Gemeinsamkeit, die in gegenseitiger Rücksichtnahme hergestellt wird.

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