Fernsehgewalt: Zuwendungsattraktivität Erregungsverläufe by Jürgen Grimm

By Jürgen Grimm

Der Band befaßt sich mit der Zuwendungsattraktivität und Wirkung von Gewaltdarstellungen im Fernsehen. An der mehrteiligen Untersuchungsreihe nahmen über 1.200 Probanden ab eleven Jahren teil. Mit Hilfe physiologischer Meßmethoden (Herzfrequenz und Hautleitfähigkeit) sowie umfangreicher psychosozialer exams, u. a. zu Angst, Aggression, Empathie, Kontrollerwartung und Toleranz, wurden einerseits Motivhintergründe und andererseits körperliche und psychosoziale Effekte der Fernsehgewalt-Rezeption bei Jugendlichen und Erwachsenen empirisch geprüft. Der bisherige Forschungsstand ist durch widersprüchliche Theoriekonzepte und Untersuchungsergebnisse gekennzeichnet, die im Lichte neuer Daten evaluiert werden. Die kritische Aufarbeitung der Mediengewaltforschung wird zum Ausgangspunkt für die Begründung eines kognitiv-physiologischen Forschungsansatzes, der kognitive und emotionale Rezeptionsprozesse ins Zentrum des Erkenntnisinteresses rückt. Die Ergebnisse der Studie sprechen insgesamt dafür, daß zwischen Medium und Rezipient komplexe Beziehungen bestehen, die sich nicht auf die griffige Kurzformel einer durch Medien verrohten Gesellschaft bringen lassen. Vielmehr zeigt sich, daß Gewaltdarstellungen in Abhängigkeit von der dramaturgischen Einbettung sozialverträgliche oder -unverträgliche Effekte erzeugen können.

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31 Einbezogen waren neben Knmlnalfilmen auch Westem- und Science FictIOn-Filme, bei denen eln Unrechtstatbestand zur Aufklarung gelangt. 32 Das Jahr 1974 markierte elnen Einschnitt in der Popularität von Femsehkrimls. Der massive Populantatsverlust 1974 wurde moghcherwelse durch den zwei Jahre zuvor erschienenen "US Surgeon General's Report" ausgelost, In dem eln Zusammenhang zwischen der Femsehgewalt-Rezeption und aggressiven Verhaltensweisen hergesteilt wurde. Die verspatete offentliche Reaktlon erklärt George A.

Wie kam sie darauf, sich ausgerechnet als Skinhead-Opfer darzusteBen? "Dte Zeitungen smd doch voll mit solchen Geschichten. Und in der Straflenbahn hatte tch zuvor etmge Skms gesehen, die mU emem Messer herumfuchtelten. "Spiegel: "ste waren fünf Tage lang dte Heldm von Potsdam. " Sager: "lrgendwann habe tch tatsächltch geglaubt, alles set wtrklich so passiert, wie ich es erzählt hatte. Ich habe mtch da remgestetgert. Der Innenmmtster kam mtch besuchen, auch der Poltzeiprästdent. Ich bekam Glückwunschtelegramme und sogar Geld.

Die Differenzen für die multiplen R 2 werden nach der folgenden Notationskonvention dargestellt: DiffMR2_PERSl bedeutet Differenzbetrag von MR2, wenn der Persönlichkeitsfaktor 1 aus dem Set der unabhängigen Variablen entfemt wird. "Diff" gibt an, in welchem MaBe sich der Anteil erklärter Varianz verändert, wenn eine erklärende Variable entfällt. Der Differenzbetrag ist also ein MaB für das Erklärungspotential der Variable, die zu Prüfzwecken aus der Regressionsgleichung eliminiert wurde. MR2HORPERSl_5 =0,146 MR2HORPERS2_5 =0,067 MR2pERS1MEDNUTZ =0,270 2 MR PERSl MEDNUTZ(ohne HOR) = 0,241 --------------------------------------------------- DiffMR2_HOR = 0,029 2 MR2ACTPERSl-5 =0,112 MR ACT PERS2-5 = 0,036 MR2pERS1MEDNUTZ =0,270 2 MR PERSl MEDNUTZ(ohne ACT) = 0,222 ----------------------------------- ---------------------------------------------------------- DiffMR2pERSl DiffMR2_HOR =0,076 =0,048 Aus den Differenzbeträgen der voranstehenden Aufstellung läBt sich ablesen, daB die Nutzung gewaltthematisierender TV-Unterhaltungsgenres - wie oben schon rechnerisch demonstriert ungefähr doppelt so stark durch Gewaltdispositionen der Rezipienten erklärt wird wie umgekehrt die individuelle Gewaltdisposition als Resultat der Nutzung fiktionaler TV-Gewalt statistisch in Erscheinung tritt.

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