Familie Szene Jugendhaus: Alltag und Subjektivität einer by Werner Thole

By Werner Thole

1m Mittelpunkt der bier vorliegenden Arbeit steht die empirische examine ei nes Forschungsfeldes, das in der Jugendforschung der achtziger Jahre, die sich vornehmlich mit expressiven Jugendkulturen oder Problemen des Uber ganges zwischen Schule und Beruf beschaftigte, bislang nicht untersucht wor den ist. Es geht urn eine informelle, mannIiche Jugendclique, die in einem so zialen Brennpunkt ihren Lebensort hat. Gezeichnet wird ein urnfassendes und differenziertes Bild der aIltiiglichen LebensiiuBerrungen der Jugendlichen in diesem Viertel. Nach einer priizisen Beschreibung der Infrastruktur des Stadtteils und einer faIlorientierten Darstellung der materiellen und psycho sozialen Familiensituation der Jugendlichen wird die jugendliche Clique in ib ren Alltagshandlungen, internen Beziehungen, riiumlichen und symbolischen Aneignungsprozessen, in ihrem Sill und ihren Formen, mit gesellschaftlichen Regeln und Normen urnzugehen, sowie in ihrem Verhalten in institutionali sierten Handlungsriiumen vorgestellt. FUr die Jugendlichen der Clique ist die KreiselstraBe die zentrale riiumli che Lebenswelt, mehr als nur nur die Gegen-bzw. Ersatzwelt zur oft desola ten Familiensituation. Gesellschaftstheoretisch gesehen ist sie auch der Ort, der ihnen angesichts der Enttraditionalisierung und Pluralisierung lebens weltlicher Milieus Geborgenheit und Orientierung fur ihr Bediirfnis nach Durch-und Uberschaubarkeit bietet. Die Konzentration auf diesen Ort be grenzt jedoch gleichzeitig ihre Vorstellungen von Zeit, Kultur, Raurn und Ge sellschaft. Vorgeschaltet sind dieser etbnographischen Studie ausfiihrliche "Theoreti sche Vergewisserungen," die die Bezugspunkte und den Hintergrund fUr die analytischen Einschiitzungen des empirischen fabrics abgeben.

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Seiler 1980:103; auch Hoff 1982). Diese unterschiedlichen Erkenntnisinteressen verpflichteten Modelle den sich in vier sozialisationstheoretischen Paradigmakernen wieder: in dem psychoanalytischen, dem behavioristisch-Ierntheoretischen, dem kognitiv-moralischen und dem symbolisch-interaktionistischen (vgl. Geulen 1980, 1983, 1989; Ottomeyer 1980; Hurrelmann 1976). Gegen die genannten Sozialisationstheorien sind, zumindest jeweils an einem Punkt, gravierende Schwachen vorgetragen worden: gegen die interaktions- bzw.

Theorien, die die Genese von Handlungs- und Reaktionsmustern zum Kern ihres Konzeptes wahlen, konnen in dreifach differenziert werden: von einer kognitivistischen Theorie kann gesprochen werden, wenn a1s primares Sozialisationsmerkmal Erkenntnisprozesse angenommen werden; werden innerpsychische Impulse als wesentlich angenommen, so ist von einem triebtheoretischen Konzept zu sprechen; stehen Handlungsstrukturen im Mittelpunkt der Betrachtung, so kann von einem strukturtheoretischen Modell ausgegangen werden (vgl.

Es deutet sich an, daB mit dem Lebenswelttheorem nur ein Teil des geselIschaftlichen Ganzen erkliirt werden kann. Als Erganzungsbegriff zur Lebenswelt bietet sich ein Begriff an, der die systemische Ebene definiert. Dieser Entmischung solI hier jedoch nicht nachgegangen werden. Diskutiert werden solI die Problematik, wo Storungen, wie die "Technisierung der Lebenswelt" und die "Mediatisierung der Lebenswelt", sich zur "inneren Kolonialisierung der Lebenswelt" verdichten. Das Konzept der inneren Kolonialisierung der Lebenswelt bestimmt sich aus der Beobachtung, daB immer mehr informell geregelte Sphiiren der Lebenswelt formalisiert und verrechtlich werden, quasi einem ProzeB der "Entweltlichung" unterworfen sind (11), "daB die Subsysteme Wirtschaft und Staat infolge des kapitalistischen Wachstums immer komplexer werden und immer tiefer in die symbolische Reproduktion der Lebenswelt eindringen.

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